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Dr. Christel Oldenburg MdHB

08.11.2021 15:24 Kategorie: Kolumne

MOIN – Gemeinsame Filmförderung im Norden


Im Sommer konnten nach der Corona-bedingten Schließung die Kinos wieder öffnen, ein leichtes Aufatmen ging durch die Kino- und Bewegtbildbranche. Im Norden haben sich Hamburg und Schleswig-Holstein zusammengetan, um mit einer gemeinsamen Einrichtung Filmschaffende vielfältig zu unterstützen: Die MOIN Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein GmbH mit Sitz in Hamburg.

Das norddeutsch anmutende Akronym MOIN steht für »Moving Images North«; Aufgabe der MOIN Filmförderung ist es, Kinofilme, High-End-Serien und innovative, audiovisuelle Formate aller Genres zu unterstützen: vom ersten Drehbuchentwurf über die Produktion bis hin zum Verleih und Vertrieb sowie der Festivalpräsentationen.

Gesellschafter der MOIN Filmförderung sind die Freie und Hansestadt Hamburg sowie das Land Schleswig-Holstein. Der MOIN Filmförderung stehen jährlich ca. 15,7 Mio. Euro (inklusive Betriebskosten) zur Verfügung. 9,2 Mio. Euro stammen aus Mitteln der Freien und Hansestadt Hamburg und 1 Mio. steuert das Land Schleswig-Holstein hinzu. 1,2 Mio. Euro kommen vom NDR, 1 Mio. vom ZDF sowie rund 2,3 Mio. Euro für Filmförderung aus einem vom Gesetzgeber festgelegten Anteil der Rundfunkgebühren.

In dieser Summe enthalten sind 450.000 Euro für regionale NDR-Produktionen, die als Zuschüsse gewährt werden, um Schleswig-Holstein als Film- und Fernsehstandort zu stärken. Seit 2020 stellt die in Hamburg ansässige Warner Bros. Entertainment GmbH jährlich 1 Mio. Euro für das Gremium »Nordbuster« zur Verfügung.

Insgesamt bestimmen vier Gremien, bestehend aus erfahrenen Branchenkennern, über die Vergabe der Mittel: Das Gremium »High End« entscheidet über Filme mit Herstellungskosten über 3,5 Mio. Euro, das Gremium »Director's Cut« über Projekte mit einem Budget bis zu 3,5 Mio. Euro. Mit dem in Kiel verorteten Gremium »Kurz + Innovativ« werden Kurzfilme und innovative audiovisuelle Formate unterstützt und das Gremium »Nordbuster« entscheidet über Kinofilme mit besonderer kulturwirtschaftlicher Bedeutung für Hamburg und Schleswig-Holstein.

Förderfähig sind Spielfilme,  Serien, Dokumentarfilme, Kurzfilme und innovative Bewegtbildinhalte, etwa 360-Grad-Filme. Innerhalb dieser Formate kann MOIN die Filmschaffenden auf breiter Ebenen unterstützen, etwa bei der Projektentwicklung, der eigentlichen Produktion oder für besondere Maßnahmen der Auswertung – hierzu zählen unter anderem Festivalpräsentationen, Grundausstattungen, innovative Auswertungen oder Untertitelungen.

Die Förderung wird in Form von Zuschüssen vergeben und beträgt maximal 50.000 Euro. Es sollen nur Projekte gefördert werden, die bereits im Rahmen der Produktion von der FFHSH gefördert worden sind.

Dabei nimmt die MOIN Filmförderung auch neue Trends auf und reagiert auf aktuelle Herausforderungen: Im Oktober etwa beschloss die Filmbranche auf breiter Ebene eine Nachhaltigkeitsinitiative unter dem Namen »green motion«, um auf eine ökologisch verträglichere Herstellungsweise umzustellen – auch die MOIN Filmförderung beteiligt sich an dem Projekt.

Am 19. November befasst sich der gemeinsame Ausschuss für die Zusammenarbeit der Länder Hamburg  und Schleswig-Holstein mit den Möglichkeiten, Absichten und potentiellen Entwicklungsrichtungen der MOIN Filmförderung, damit der Norden auch weiterhin ein attraktives Umfeld für die Filmschaffenden darstellen kann – ich bin gespannt auf die Präsentation.

Weitere detaillierte Informationen zum breiten Aufgabenfeld der MOIN Filmförderung finden Interessierte auf der Website: https://www.moin-filmfoerderung.de/de/ .

Christel Oldenburg