Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

20.09.2021 18:22 Kategorie: Kolumne

Zehn Jahre Hamburger Bündnis für das Wohnen: Stabiler Motor für eine erfolgreiche Wohnungspolitik


Foto: wm

Eine politisches Großprojekt feiert Geburtstag: Am 20. September 2011 sind Stadt und Wohnungswirtschaft unter partnerschaftlicher Beteiligung der Mietervereine erstmals im »Hamburger Bündnis für das Wohnen« zusammenkommen, um gemeinsam für bezahlbaren Wohnraum zu arbeiten.

Seitdem wurden über 100.000 Baugenehmigungen erteilt und rund 77.000 Wohnungen fertiggestellt – davon sind 22.000 öffentlich gefördert. Wohnungsneubau ist in Hamburg eine Gemeinschaftsaufgabe, mit der es gelingt, den Wohnungs- und Mietenmarkt zu entlasten. Damit ist die Hansestadt bundesweit Vorbild für eine gelungene Wohnungsbaupolitik.

Gleichwohl bleibt der Hamburger Wohnungsmarkt angespannt: Ein überdurchschnittliches Mietpreisniveau, geringe Leerstände, wachsende Bevölkerung und Nachfrage nach neuem Wohnraum sowie kontinuierlich auslaufende Mietpreis- und Belegungsbindungen sind Faktoren, mit denen die Hansestadt wohnungsbaupolitisch umgehen muss – und das geschieht auch weiterhin.

So reagiert Hamburg mit der Wohnraumförderung 2021/2022; sie soll bezahlbaren Wohnraum besonders für Haushalte mit geringem und mittleren Einkommen in Hamburg schaffen und erhalten.

Mit der Wohnraumförderung will die Stadt

  • die Neubauaktivität steigern: 3.000 Mietwohnungen mit Sozialbindung sollen pro Jahr entstehen
  • den Sozialwohnungsbestand bei rund 80.000 Wohnungen stabilisieren
  • vordringlich Wohnungssuchende, Baugemeinschaften und Studenten fördern
  • einen attraktiven Mix aus Förderinstrumenten bereitstellen
  • eine ausgewogene Mischung verschiedener Wohnungsgrößen und eine ausgeglichene Sozialstruktur in den Quartieren fördern
  • den Wohnungsbestand generell modernisieren: Moderne Wohnverhältnisse, Energieeffizienz, Barrierefreiheit, neue und verlängerte Bindungen im Bestand sind die wesentlichen Ziele der Wohnungsbaupolitik in Hamburg.

Praktische Beispiele für die Umsetzu­ng dieser ambitionierten Ziele finden sich auch im Bezirk Bergedorf:

  • Im neugeplanten Stadtteil Oberbillwerder sollen auf 118 ha Fläche rund 6.500 Wohneinheiten im attraktiven Bebauungsmix entstehen
  • In Bergedorf und Lohbrügge etwa hat die gemeinnützige Baugenossenschaft Bergedorf-Bille ca. 263 Wohnungen im Bau oder in der Planung
  • Auch in Bergedorf spielt der Geschosswohnungsbau eine wichtige Rolle, um mit dem knappen Bauland möglichst effizient umzugehen – insgesamt sieht das Wohnungsbauprogramm 2021 für den Bezirk Bergedorf den Geschosswohnungsbau von ca. 10.620 Wohneinheiten vor, davon werden ca. 31 % öffentlich gefördert.
  • Weitere Wohnungsbauprojekte durch private Investoren entstehen etwa im Weidenstegquartier, im Stuhlrohrquartier, am Schilfpark oder am Brookdeich.

Martina Koeppen, stadtentwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion, betont denn auch die Bedeutung des Hamburger Bündnisses für das Wohnen:

»Erfolgreiche Wohnungspolitik ist eine Schlüsselaufgabe. Bezahlbare Wohnungen in stabilen Nachbarschaften sind dafür eine wichtige Basis. Dafür steht insbesondere auch die Sozialdemokratie. Mehr als jede zehnte Sozialwohnung in Deutschland entsteht derzeit in Hamburg. Das passiert jedoch nicht von allein: Das Hamburger Bündnis für das Wohnen sorgt für Stabilität und ist zugleich Motor bei allen Fragen zum Thema Wohnen. 2011 hat die CDU in Hamburg eine desaströse Wohnungsbaubilanz hinterlassen. Mit dem Bündnis haben wir darauf die richtige Antwort gegeben.«

 

Christel Oldenburg