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Dr. Christel Oldenburg MdHB

16.08.2021 19:18 Kategorie: Kolumne

Ausstellung in der Sammlung de Weryha ab 22. August: »Das Polnische Plakat«


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Der Freundeskreis Sammlung de Weryha e.V. lädt herzlich ein zur Eröffnung der Atelierausstellung der Werke von Jan de Weryha und der Ausstellung »Das Polnische Plakat« am Sonntag, 22. August 2021 ab 14 Uhr im Atelierhaus von Jan de Weryha, Reinbeker Redder 81, 21031 Hamburg (de-weryha-art.de).

Die offizielle Ausstellungseröffnung erfolgt um 15 Uhr mit einer Begru?ßung und Einfu?hrung durch Werner Omniczynski (Vorsitzender des Freundeskreises), Jan de Weryha als gastgebendem Ku?nstler sowie Hartwig Zillmer, dem Leihgeber der ausgestellten Plakate, weiterhin der Grafiker und Ku?nstler Prof. Holger Matthies.
Die musikalische Begleitung übernimmt ?ucja Wojdak am Cello.

Die Ausstellung dauert vom 22. August bis 12. September 2021. Die ständige Ausstellung der Werke Jan de Weryhas und die Ausstellung Polnischer Plakate sind geöffnet samstags und sonntags 14.00–18.00 Uhr oder nach telefonischer Absprache unter 01 72-4 05 32 38.

Nach der aktuellen Hamburger Corona-Verordnung gelten die Pflicht zur Erfassung der Kontaktdaten sowie die Abstands- und Maskenpflicht und fu?r die Atelierräume die bekannten 3 Gs: Zugang fu?r Geimpfte, Genesene oder aktuell Getestete.

Zum Inhalt der Ausstellung:
In der Gegenwart von Skulptur-Kompositionen des namhaften hamburgischen Künstlers Jan de Weryha können die Besucher der Ausstellung eine gut durchdachte Auswahl von Werken der Polnischen Schule der Plakatkunst (polska szko?a plakatu) zu sehen bekommen. Es sind die Plakate einer Gruppe polnischer Künstler, die sich in den 1950er und 1960er Jahren internationalen Rufes erfreuten und bis heute eine Würdigung verdienen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das polnische Plakat zunächst vor allem als Propagandamittel eingesetzt. Es dominierte die stalinistische Kunstdoktrin, die durch die stilistischen Ausdrucksformen des sozialistischen Realismus geprägt war.

Anfang der 1950er Jahre fand die Plakatkunst in Polen jedoch eine neue Ausprägung. Zu Wort meldeten sich die Fantasie, zeichnerische Qualität und Orientierung auf die Aufgabe. Die Plakatkünstler arbeiteten unter dem Motto »Kunst wirbt für Kunst«. Vor allem junge Künstler schafften immer öfters Kunstplakate für kulturelle Veranstaltungen. Es herrschte stilistische Ungebundenheit. Man suchte nach neuen Ausdrucksformen.

Die jungen Künstler setzten Humor und Farbigkeit ein, die eine Frische und Neuartigkeit mit sich brachte. Die pol­nischen Plakate damaliger Zeit gewannen, dank der hohen Intensität des künstlerischen Ausdrucks, mehrere internationale Preise.

In dieser ideologisch belasteten Zeit erfreuten sich die Künstler einer gewissen Narrenfreiheit. Sie wurden nicht mehr gezwungen, die allgemein gültigen Regeln des Sozialistischen Realismus, die in den propagandis­tischen Plakaten der 40er und 50er Jahren herrschten, zu befolgen.

Die Ausstellung präsentiert ausgewählte Werke aus dem Fundus von Hartwig Ziller, der die Plakate im Laufe langer Jahre gesammelt hat.

Christel Oldenburg