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Dr. Christel Oldenburg MdHB

04.05.2021 06:29 Kategorie: Kolumne

Hamburg ruft Supermarktbeschäftigte zum Impfen auf


Grafik: https://de.vecteezy.com

In Hamburg sind ab sofort auch die Beschäftigten des Lebensmitteleinzelhandels zum Impfen aufgerufen. Damit könnten rund 21 000 weitere Personen ab sofort Termine für eine Corona-Schutzimpfung vereinbaren, teilte die Gesundheitsbehörde mit.

Entsprechend viele Termine würden bereitgestellt und könnten telefonisch unter 116 117 oder online unter www.terminservice.de gebucht werden. Die Beschäftigten des Lebensmitteleinzelhandels sind Teil der sogenannten Priorisierungsgruppe 3, die bislang noch nicht vollständig zum Impfen aufgerufen wurde.

Trotz intensiver Diskussionen um eine Freigabe der Priorisierung halte Hamburg vorerst an der nach Gefährdung festgelegten Reihenfolge fest, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD).

Schon im Sommer werde es aber auch in der Hansestadt so sein, dass allen ein Impfangebot gemacht werden könne. »Wir sind jetzt auf den letzten Metern der Impfpriorisierung. Trotzdem sollten wir klar vor Augen behalten: Diese Priorisierung ist kein politischer Kompromiss, sondern eine Empfehlung von unabhängigen Wissenschaftlern und Ärzten.«

Diejenigen mit der höchsten Gefährdung müssten auch als erstes geschützt werden. »Es geht nicht nur darum, wer sich selbst am wichtigsten nimmt oder im Einzelfall auch gute Gründe haben mag, schnell an eine Schutzimpfung zu kommen«, erklärte Melanie Leonhard.

»Es geht darum, wer erkrankt ist oder durch seine Tätigkeit ein hohes Risiko hat. Und deswegen werden wir in Hamburg jetzt als nächstes denjenigen priorisiert eine Schutzimpfung anbieten, die jeden Tag für uns an der Kasse sitzen und Regale einräumen und bei ihrer Arbeit Kontakte haben.«

Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel seien wichtig für die Versorgung, »und wer das anerkennt, sollte Ihnen auch diese Impfung mit Priorität nicht neiden«, sagte die Senatorin. Weitere Gruppen würden zum Impfen aufgerufen, »sobald die Impfstoffmengen das zulassen«.

Die Impfreihenfolge orientiert sich an der sogenannten Priorität – sie beruht auf der »Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung« des Bundesgesundheitsministeriums und sieht vier Priorisierungsgruppen vor;

die Personen aus den Gruppen mit höchster und hoher Priorität sind in Hamburg bereits zur Impfung aufgerufen, etwa alle Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben. Hinzu kommen weitere Personengruppen mit diversen Vorerkrankungen oder Ansteckungsrisiken.

In der dritten Gruppe mit erhöhter Priorität befinden sich eben auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, sie sind jetzt auch in Hamburg zur Impfung aufgerufen.

Die vierte Gruppe mit der geringsten Priorität schließlich umfasst alle übrigen Personen.

Einen umfassenden Überblick zu den Priorisierungsgruppen liefert diese Informationsseite auf Hamburg.de .

Der aktuelle Stand zur Impfberechtigung findet sich hier .

In Hamburg gehören auch die Bürgerschaftsabgeordneten als »Mitglieder von Verfassungsorganen« zur Priorisierungsgruppe 3 – parteiübergreifend sind wir Parlamentarier uns aber einig, uns in der Warteschlange hinten anzustellen und erst alle anderen Personen impfen zu lassen.

Christel Oldenburg