Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

18.05.2020

Corona-Demos und rechtsradikale Trittbrettfahrer

Foto/Logo: kampagnesolidarischestadthamburg.noblogs.org

Die Coronavirus-Pandemie und ihre Folgen stellen zweifelsohne auch einen gewaltigen Stresstest für unsere Gesellschaft dar, nicht nur ökonomisch und gesundheitspolitisch, sondern auch psychosozial. Die in den Bundesländern veranlassten Kontaktbeschränkungen (»Social Distancing«) und Verhaltensvorgaben (etwa das Tragen eines Mund-Nasenschutzes beim Einkaufen oder im öffentlichen Nahverkehr) führen jedem betroffenen Bürger spürbar vor Augen, welche persönlichen Konsequenzen die Maßnahmen zur Abflachung der Infektionskurve mit sich bringen.

Obwohl die Bundesrepublik bei den coronabedingten Infektions- und Mortalitätsraten im internationalen Vergleich recht gut dasteht, häufen sich hierzulande die Proteste gegen die Maßnahmen zur Eindämmung  der Corona-Pandemie; in fast allen größeren Städten kam es am vergangenen Samstag zu Demonstrationen, etwa in Stuttgart, Berlin, München und auch in Hamburg.   

Bei diesen »Hygiene-Demos« fallen vor allem zwei Umstände auf:

Zum einen wird nicht richtig klar, wogegen konkret sich die Demonstrationen gegen die...[mehr]

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12.05.2020

Kriegsende vor 75 Jahren – Mahnwache in Bergedorf

Am vergangenen Freitag, 8. Mai, jährte sich zum 75. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und damit die Befreiung von der Nazi-Diktatur – aus diesem Anlass trafen sich rund 30 Teilnehmer zur Mahnwache am Zwangsarbeiterdenkmal in Bergedorf am Schleusengraben. Verschiedene Organisationen entsandten Vertreter zur Mahnwache, darunter VVN, DKP, Fluchtpunkt, Unteilbar, Omas gegen Rechts, die Grünen und die SPD.

Nun sind in Corona-Zeiten öffentliche Veranstaltungen nur unter erschwerten Bedingungen durchzuführen; gerade deshalb kommt ihnen im gesellschaftlichen Leben eine besondere Bedeutung zu, um die öffentliche Diskussion zu Themen der Zeit zu unterstützen.

In Bergedorf gab es seit dem Eintreten der Coronavirus-bedingten Kontaktbeschränkungen drei Mahnwachen: am 24. April auf dem Lohbrügger Markt vom »Fluchtpunkt Bergedorf« zur Flüchtlingspolitik und -situation in Griechenland, am 1. Mai vom »Bündnis gegen Rechts« auf dem Bahnhofsvorplatz und jetzt am 8. Mai zum Kriegsende, angemeldet hatte die Veranstaltung Helmuth Sturmhöbel von der Initiative »Unteilbar Bergedorf«.

Bei der einstündigen Mahnwache erinnerten verschiedene Rednerinnen und Redner an die Bedeutung und die politischen Konsequenzen des...[mehr]

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04.05.2020

Angriff auf Kamerateam der »heute show« – und im Netz relativieren Foren-Trolle die Pressefreiheit

Foto: Klaaschwotzer - Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=27837393

Am 1. Mai griffen 15–25 vermummte Täter in Berlin am Rande einer Demonstration von Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen ein siebenköpfiges Kamerateam an, das für die ZDF-Satiresendung »heute-show« zu Dreharbeiten unterwegs war; der Angriff erfolgte nach Abschluss der Dreharbeiten auf dem Weg zu den Fahrzeugen. Der Redakteur, der Kameramann und der Kameraassistent sowie drei Security-Mitarbeiter mussten im Krankenhaus behandelt werden. Dem Geschäftsführer der beteiligten Produktionsfirma zufolge sei dem Tonassistenten sogar ins Gesicht getreten worden.

Die Polizei nahm vorübergehend sechs Tatverdächtige fest, der Staatsschutz ermittelt, die Medien berichteten breit über den Angriff und die Umstände – Politiker, Mediengewerkschafter und Pressevertreter sprachen von einem Angriff auf die Pressefreiheit.

Bis heute sind die genauen Hintergründe des Angriffes nicht geklärt, dennoch brach in den Online-Leserforen großer Medien wie Spiegel, Zeit, FR oder Tagesspiegel eine heftige Diskussion los, die bisweilen vom Skurrilen ins...[mehr]

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27.04.2020

Corona und die Folgen (3): Lockerungen, Hindernisse und Kompromisse

Seit heute gilt in nahezu allen Bundesländern die Pflicht zum Tragen eines Mundschutzes beim Einkaufen und im öffentlichen Personennahverkehr, auch in Hamburg (Schleswig-Holstein folgt am Mittwoch) – damit werden die Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Coronavirus-Pandemie im symbolischen und direkten Sinne auch konkret sichtbar.

Andererseits sollen einige Lockerungen bei den Auflagen dazu beitragen, den Menschen das tägliche Leben wieder etwas zu erleichtern; bisweilen entwickeln sich in dieser ungewöhnlichen Situation auch neue Techniken und Verfahren, speziell in der Kommunikation, um trotz des Abstandsgebotes eine zumindest eingeschränkte Funktionsfähigkeit des Gesellschaftslebens zu erhalten:

Die Schulen öffnen vorsichtig wieder ihre Pforten, versuchen, nach und nach wieder zum halbwegs regulären Unterrichtsbetrieb zurückzukehren –  mit kleineren Schülergruppen, weiter auseinandergezogenen Sitzplätzen, neuen Regeln und Hygienemaßnahmen.

Als doch recht praktikabel hat sich in den letzten Wochen das »Home-Schooling« erwiesen, der Fernunterricht per Internet, speziellen Programmen und digitalen Medien. In Hamburg zumindest haben sich die Lehrer (und natürlich auch Schüler)...[mehr]

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20.04.2020

Ein Newsletter der etwas anderen Art: »Hamburger Tagesjournal«

Screenshot: Website »Hamburger Tagesjournal«

Vor einiger Zeit machten mich Bekannte auf einen Newsletter rund um das Geschehen in Hamburg aufmerksam, den interessierte Leser per E-Mail erhalten können: Das »Hamburger Tagesjournal«.

Nach einer Woche täglicher Lektüre werde ich den Newsletter beibehalten und kann ihn zumindest zum Ausprobieren empfehlen, weil das »Hamburger Tagesjournal« in einigen Belangen formal und inhaltlich doch anders aufgestellt ist als die üblichen Medienübersichten.

Was ist das »Hamburger Tagesjournal«?

Auf ihrer Website Tagesjournal.de geben die Verantwortlichen selbst die Antwort:

»Das Hamburger Tagesjournal ist der Newsletter für Hamburg und wird täglich von den Entscheidungsträgern und Multiplikatoren in Politik, Wirtschaft, Medien, Sport und Kultur gelesen. ›Alles was Sie heute wissen müssen‹ ist die redaktionelle Leitlinie des Dienstes.

Von Montag bis Freitag jeweils um 6 Uhr erscheint der Newsletter mit aktuellen Informationen aus Hamburg, Deutschland und der Welt. Die wichtigsten Nachrichten aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Sport sowie Veranstaltungstipps geben eine Orientierung für den...[mehr]

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