Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

21.09.2020

Yannick-Maria Reimers - Das Geheimnis hinter dem Regenbogen

Yannick-Maria Reimers Das Geheimnis hinter dem Regenbogen Ab 6 Jahren 32 Seiten | gebunden | Euro 20.- ISBN 978-3-86569-325-9 Das Bilderbuch, Begleitbuch und Hörbuch von Yannick-Maria Reimers beschäftigt sich mit menschlicher Identitätssuche und ihrer Vielfalt. Identitätsbildungen werden oft von außen gesteuert, entsprechen klassischen Rollenbildern und entstehen häufig nicht aus dem eigenen Ich. Hier setzt der Autor an und versucht, dem Leser Mut zu machen, vielleicht verborgenene Identitäten zu erkennen und auszuprobieren.  Der Autor Yannick-Maria Reimers unterrichtet Mut- und Identitätsthemen an Schulen, Universitäten und macht Schauspielübungen mit vielfältigen Identitätswechseln. Das mit Erklärtexten kommentierte Bilderbuch erzählt eine Phantasiegeschichte der Selbstwerdung von Maxie im Land hinter dem Regenbogen, die unbedingt mit Love zusammen sein möchte. Hinter dem Regenbogen gibt es viele Möglichkeiten, sich selbst zu gestalten. Love ist auch ein fiktives Wesen, das im Land hinter dem Regenbogen lebt. „Hinter dem Regenbogen leben ganz besondere Wesen: sie haben nicht nur verschiedene Farben und Formen, sondern sie denken und fühlen auch ganz unterschiedlich. Maxie fühlt sich zu keiner der...[mehr]

Kategorie: Kolumne

14.09.2020

Moria und das Elend mit der europäischen Flüchtlingspolitik

Foto: Cathsign (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Moria_Camp.jpg), „Moria Camp“, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/legalcode   In der Nacht zum Mittwoch vergangener Woche brannte das Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos komplett ab – seitdem stehen  rund 12.500 Menschen (unter ihnen ca. 4.000 Kinder und Jugendliche), die bisher unter elenden Bedingungen in dem Lager ausharren mussten, buchstäblich vor dem Nichts. Angesichts der dramatischen und drängenden Situation ist schnelle Hilfe vonnöten; viele Kommunen und verschiedene Bundesländer in Deutschland haben bereits ihre Hilfe angeboten, teilten ihre Aufnahmebereitschaft für Asylsuchende aus Moria mit. Gegen diesen eigentlich selbstverständlichen humanitären Akt sperrt sich bislang jedoch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), er sprach am letzten Freitag davon, in einem ersten Schritt lediglich 100 bis 150 minderjährige Flüchtlinge aus Moria aufzunehmen. Dahinter steckt natürlich politisches Kalkül: Seehofer will einem gesamteuropäischen Konzept bei dem Umgang mit Flüchtlingen nicht durch vollendete Tatsachen vorgreifen.
Das Problem ist nur, dass dieses gesamteuropäische Konzept bisher kläglich versagt...[mehr]

Kategorie: Kolumne

07.09.2020

»Museana« – Archäologisches Museum Hamburg stellt neues digitales Lehr- und Lernangebot für Schulen vor

Mit der digitalen Lehr- und Lernplattform www.museana.de hat das Archäologische Museum Hamburg – gemeinsam mit seinem medienpädagogischen Partner Promedia Maassen – ein völlig neues Angebot entwickelt, mit dem Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler die Themen des Museums entdecken und fächerübergreifend und bildungsplanbezogen in den Unterricht einbinden können. Das E-Learning-Portal, das nach den Herbstferien zur Verfügung stehen wird, wurde am 3. September im Beisein von Kultur- und Mediensenator Dr. Carsten Brosda interessierten Lehrerinnen und Lehrern vorgestellt. Themen und Inhalte des Museums zum Leben erwecken und diese passgenau für die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler zur Verfügung zu stellen – das ist das Ziel des digitalen Projekts »Museana«. Das Archäologische Museum Hamburg (AMH) hat in Kooperation mit dem medienpädagogischen Partner Promedia Maassen diese besondere Lehr- und Lernplattform entwickelt. Carsten Brosda zeigte sich bei der Vorstellung angetan: »Die interaktive, digitale Lehr- und Lernplattform ›Museana‹ lässt Hamburgs Schülerinnen und Schüler die historischen Schätze der Stadt und ihre Geschichte auf digitale Weise entdecken und...[mehr]

Kategorie: Kolumne

31.08.2020

Demos gegen Corona-Maßnahmen – das muss unsere Demokratie aushalten können

Die Demonstrationen gegen die bundesweiten Corona-Eindämmungsmaßnahmen am vergangenen Sonntag in Berlin haben bei allem Lärm für einige Erkenntnisse gesorgt, wie es in unserer Gesellschaft um politische Protestformen, kritische Auseinandersetzungen und die Geltung rechtsstaatlicher Prinzipien bestellt ist. Einige dieser Erkenntnisse seien hier kurz dargestellt:

  • Die Gewaltenteilung und die Anwendung rechtsstaatlicher Prinzipien funktionieren – beispielhaft sei hier die Aufhebung des Demonstrationsverbotes im Eilverfahren genannt. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am frühen Samstagmorgen in zweiter Instanz, dass das Verbot der Berliner Polizei keinen Bestand habe. Für ein Verbot lägen keine Voraussetzungen vor, urteilten die Richter. Eine unmittelbare Gefahr für die öffentliche Sicherheit lasse sich weder aus dem Verlauf der Demo am 1. August noch aus der kritischen Haltung der Teilnehmer zur Corona-Politik ableiten. Die Veranstalter hätten ein Hygienekonzept vorgelegt und mit 900 Ordnern und 100 »Deeskalationsteams« Vorkehrungen getroffen. Auflagen für die Demo seien vom Land nicht hinreichend geprüft worden. Damit erlitt auch der Berliner Innensenator Geisel eine politische Niederlage...[mehr]

    Kategorie: Kolumne

24.08.2020

Gegen das Vergessen – 40. Jahrestag des Brandanschlages in der Halskestraße

Foto: Rudi Walter Neonazistischer Terror mit tödlichen Folgen für die Opfer ist kein Einzelfall in der bundesdeutschen Geschichte; die Spuren fremdenfeindlicher und rassistischer Gewalt reichen weit zurück ins vergangene Jahrhundert. Letzten Samstag jährte sich ein rassistisch motivierter Brandanschlag zum 40. Mal:   In der Nacht vom 21. auf den 22. August 1980 starben bei einem Brandanschlag der rechtsextremen Terrorzelle »Deutsche Aktionsgruppen« auf ein Wohnheim in der Billbrooker Halskestraße 72 zwei vietnamesische Flüchtlinge, Nguyen Ngoc Châu und Do Anh Lân. Das Attentat gilt als einer der ersten rassistischen Morde in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Zur Erinnernung und wider das Vergessen versammelten sich am Samstag rund 250 Menschen vor der ehemaligen Flüchtlingsunterkunft. Damals, 1980, waren rund 240 Menschen in dem Gebäude untergebracht, es diente als Übergangsheim für Flüchtlinge. In der Nacht vom 21. auf den 22. August 1980 fuhren drei Mitglieder der rechtsextremen Terrororganisation »Deutsche Aktionsgruppen«, nachdem sie durch einen Zeitungsartikel erfahren hatten, dass sich dort ein Wohnheim für vietnamesische Flüchtlinge befindet. Sie sprühten den Slogan »Ausländer raus« an die Fassade...[mehr]

Kategorie: Kolumne