Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

23.02.2021

Debatte um den Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge

Vor etwas mehr als einem Jahr, am 12. Februar 2020, beschloss die Hamburgische Bürgerschaft auf Antrag einer überparteilichen Gruppe von Abgeordneten einstimmig, den Wiederaufbau der ehemaligen Bornplatzsynagoge zu unterstützen – die mächtige, 1906 eingeweihte Hauptsynagoge der Deutsch-Israelitischen Gemeinde wurde bei den Novemberpogromen 1938 schwer beschädigt und 1939 abgerissen. Am ehemaligen Standort der Synagoge, dem heutigen Joseph-Carlebach-Platz, erinnert ein Bodenmonument der Künstlerin Margit Kahl an das Bauwerk.

Wörtlich heißt es u. a. in dem Beschluss der Bürgerschaft: »Die Hamburgische Bürgerschaft bekennt sich zu dem Ziel, das jüdische Leben in Hamburg sichtbarer zu machen und unterstützt die Forderung nach Wiedererrichtung einer repräsentativen Synagoge am ehemaligen Standort der Bornplatzsynagoge.«

Eine vom Bund mit 600.000 Euro finanzierte Machbarkeitsstudie zur Errichtung der Synagoge unterstützt der Senat ebenso, die Ergebnisse der Studie sollen demnächst vorliegen.

Nun hat sich eine lebhafte Diskussion darüber entwickelt, ob der Wiederaufbau der Bornplatzsynagoge überhaupt eine historisch angemessene Würdigung des jüdischen Lebens in Hamburg (und seines Leidens während...[mehr]

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08.02.2021

Tatsächlich: Im Winter kann es auch kalt werden und schneien

Zur Zeit ist es draußen ein bisschen kälter als in den Vorwochen, die Temperaturen sinken vielerorts auch tagsüber unter den Gefrierpunkt, nächtens sogar noch etwas tiefer. In den nördlicheren Regionen der Republik fiel in den letzten Tagen auch Schnee, bisweilen mehrere Zentimeter. Kräftiger Wind aus Ost/Nordost sorgte lokal für Schneeverwehungen, im Straßenverkehr empfahl es sich für die Autofahrer aufgrund dieser Bedingungen, das Tempo anzupassen.

Diese meteorologischen Phänomene und ihre Auswirkungen auf unser Alltagsleben hängen leicht nachvollziehbar eng zusammen mit dem durchaus gewöhnlichen Umstand, dass bei uns in der gemäßigten Klimazone aktuell die kälteste der vier Jahreszeiten herrscht – es ist Winter. Natürlich ist es Winter im Februar, so what?

Wer sich jedoch in den letzten Tagen die in den Medien allgegenwärtigen Kassandrarufe einer drohenden seltenen Wetterlage mit verstärkten Schneefällen zu Gemüte führte und die damit verbundenen schrecklichen Folgen, der kann sich nur noch an die Stirn fassen und sich fragen, ob wir Wohlstandskinder noch ganz bei Trost sind?

Die Bahn etwa stornierte wegen voraussichtlich starken Schneefalles am Wochenende Zugverbindungen im Fernverkehr,...[mehr]

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03.02.2021

Hamburgs Hafen und der Schlick – wohin mit den Sedimenten?

Der Hamburger Hafen stellt seit jeher einen der bedeutendsten Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung der Hansestadt dar – um seine Funktionsfähigkeit zu gewährleisten, müssen die immer größer werdenden Fracht- und Passagierschiffe in der Lage sein, den Elbestrom flussaufwärts und das Hafenareal selbst störungsfrei befahren zu können.
Dafür bedarf es logischerweise der berühmten Handbreit Wasser unter dem Kiel, just deshalb gab es im Laufe der Jahrzehnte wiederholte Fahrrinnenvertiefungen in der Elbe und im Hafen, damit auch Schiffe mit größerem Tiefgang problemlos navigieren können, ohne auf Grund zu laufen.
Der bei diesen Ausbaggerungen anfallende Schlick stellt die verantwortlichen Behörden, auf Hamburger Gebiet besonders die Hamburg Port Authority (HPA), vor erhebliche Aufgaben: Ständig werden Sedimente im Fluss sowohl aus dem Oberlauf der Elbe als auch mit jeder Flut aus Richtung Nordsee nach Hamburg bewegt, wo sie sich in den ausgedehnten strömungsberuhigten Bereichen des Hafens absetzen. Mehrere Meter kann der Gewässerboden im Extremfall innerhalb weniger Monate aufwachsen.
Um der Schifffahrt dennoch ausreichende Wassertiefen bereitstellen zu können, baggert die HPA auf Hamburger Gebiet jedes...[mehr]

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25.01.2021

Corona und die verzwickten Folgen – Hamburgs aktuelle Strategie bei Kitas und Schulen

Auch in Hamburg sinken die Nachweiszahlen einer Infektion mit dem Corona-Virus, dennoch steht die Befürchtung im Raum, dass neuere Mutationen des Virus mit einer höheren Ansteckungsgefahr einhergehen könnten – die Behörden in Hamburg bleiben daher vorsichtig und orientieren sich in ihren Maßnahmen an den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) vom Dienstag vergangener Woche.
Generell sollen die Lockdown-Beschränkungen in der aktualisierten Corona-Eindämmungsverordnung bis zum 14. Februar fortgeführt werden – schwierig gestaltet sich dabei die Umsetzung in den Hamburger Kitas und Schulen, hier kommt es auch zu Kontroversen über den richtigen Weg. Generelles Ziel bleibt es, an Kitas und Schulen die Zahl der zu betreuenden Kinder zu senken.
Ab heute (25. Januar) gelten in Hamburg zusammengefasst folgende Regeln

für Kindertagesstätten:

Ab dem 25. Januar 2021 sind die Kindertagesstätten grundsätzlich geschlossen. Die Schließung gilt nicht für Kinder mit einem dringlichen sozialpädagogischen Förderbedarf.

  • Eltern werden weiterhin dringlich dazu aufgerufen, ihre Kinder grundsätzlich zu Hause zu betreuen.
  • Für Eltern, die unbedingt auf eine...[mehr]
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18.01.2021

Cyberangriff auf die Funke-Mediengruppe – auch nach Wochen sind die Schäden nicht behoben

Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember 2020, führte ein Hackerangriff auf die IT-Systeme der Funke-Mediengruppe zu einem schwerwiegenden Ausfall der konzerninternen Computer-Infrastruktur; zahlreiche Zeitungen konnten danach anfangs nur in Notausgaben erscheinen, die Folgen der Cyberattacke sind für das Medienhaus heute noch spürbar.

Bei der Funke-Mediengruppe handelt es sich um einen der größeren Player in der bundesdeutschen Presselandschaft: Der Medienkonzern mit Sitz in Essen ist an zahlreichen gedruckten und elektronischen Medien in Deutschland, Österreich und Kroatien beteiligt. Die Gesellschaft verlegt Tageszeitungen, Publikums- und Fachzeitschriften, Anzeigenblätter sowie Kundenzeitschriften und besitzt mehrere Großdruckereien zu deren Herstellung.

Der Cyberangriff auf die IT-Infrastruktur des Medienkonzerns soll mutmasslich als Ransomware-Attacke abgelaufen sein: Die Täter waren in die IT-Systeme der Mediengruppe eingedrungen, hatten deren Daten verschlüsselt und damit unbrauchbar gemacht.

Von den Angriffen waren bundesweit alle großen Standorte der Funke-Mediengruppe betroffen, etwa in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin. Zur Funke-Mediengruppe gehören zwölf Regionalzeitungen, darunter die...[mehr]

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