Wappen der Hamburgischen Bürgerschaft

Dr. Christel Oldenburg MdHB

Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

26.02.2018

Stadtentwicklungsgebiet Oberbillwerder – die Planungen gehen voran

Eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Hamburg nimmt langsam Konturen an: Am vergangenen Samstag stellten in der zweiten Planungsphase vier Planungsteams ihre Entwürfe vorgestellt; die öffentliche Abschlusspräsentation soll am 23. Mai erfolgen. Hierbei soll der Siegerentwurf gekürt werden, das entsprechende Planungsteam hätte bis Mitte Juni 2018 Zeit, sein finales Angebot für die (Master-)Planung des neuen Wohngebietes zu erstellen und abzugeben. Damit gingen die Vorarbeiten in eine entscheidende Phase. Oberbillwerder ist Hamburgs zweitgrößtes Stadtentwicklungsvorhaben nach der HafenCity. Auf einer Fläche von ca. 124 Hektar (ha) soll ein urbaner Stadtteil mit lebendigen Nachbarschaften und vielseitigen Angeboten für Wohnen, Arbeit, Bildung, Kultur, Freizeit, Sport und Erholung entstehen. Die Flächen befinden sich im Eigentum der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) und werden bisher landwirtschaftlich genutzt. Seit zwei Jahren laufen die Planungsvorbereitungen, stehen jetzt kurz vor dem Abschluss. Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen (BSW) hat die IBA Hamburg GmbH (IBA) im Jahre 2016 mit der Erstellung eines Masterplan-Entwurfs für Oberbillwerder einschließlich eines Kosten- und Finanzierungsplans und einer...[mehr]

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19.02.2018

Der Mitgliederentscheid nimmt Fahrt auf, sicher ist noch gar nichts

Die Abstimmung in der SPD über eine Große Koalition mit den Unionsparteien geht in die entscheidende Runde: Von morgen an sind die Genossinnen und Genossen zur Stimmabgabe aufgerufen, sie sollen bis 2. März ihr Votum für oder gegen die Große Koalition erklären. Rund 463.000 Mitglieder können abstimmen. Das Ergebnis des Mitgliedervotums soll schließlich am 4. März bekanntgegeben werden. In Hamburg warb am vergangenen Samstag auf einer Regionalkonferenz in den Messehallen die Parteispitze um Andrea Nahles und Olaf Scholz vor rund 650 Mitgliedern für die GroKo, unmittelbar darauf folgte die Regionalkonferenz in Hannover, am Sonntag waren Kamen und Mainz an der Reihe. Drei weitere Regionalkonferenzen in Deutschland sollen noch folgen. Kritiker der Regionalkonferenzen bemängeln, dass lediglich die Befürworter der GroKO auf den Mitgliedertreffen zur Sprache kämen, ausgewiesene GroKo-Gegner wie der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert jedoch keine Möglichkeit erhielten, für ihre Position zu werben. Die GroKo-Gegner haben indes vorgesorgt, Kevin Kühnert etwa befindet sich auf No-GroKo-Tour durch die Bundesrepublik und stößt mit seiner Position allerorten auf großes Interesse. Ein Selbstgänger wird die Zustimmung der Genossinnen und...[mehr]

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12.02.2018

Mitgliedervotum – ein anstrengender, aber demokratischer und belebender Weg

Es wird ja dieser Tage allerorten heftig diskutiert über das Ob und Wie einer großen Koalition, auch im Besonderen über das Verhalten der SPD; etwas verwunderlich erscheint mir hierbei die Aufgeregtheit so mancher Kommentatoren über den innerparteilichen Entscheidungsprozess, ob die SPD in eine Koalitionsregierung eintreten soll oder nicht.   Die SPD geht in dieser Frage den Weg der direkten Mitgliederbefragung; der CDU reicht zur Beschlussfassung ein Parteitag am 26. Februar, die CSU begnügte sich sogar mit einer Entscheidung des Parteivorstandes. Vor allem in konservativen Medien laufen die Kampagnen gegen den Mitgliederentscheid bei der SPD auf Hochtouren – so mancher Kommentator und Leitartikler entblödet sich dabei nicht, in wutschnaubenden Attacken der SPD sogar einen Angriff auf die Verfassung vorzuwerfen, weil ja schließlich nur die SPD-Mitglieder über die künftige Regierungsbildung in der Bundesrepublik Deutschland entscheiden würden. Das ist natürlich blanker Unsinn, sogar juristisch besiegelt: Das Bundesverfassungsgericht hat fünf Anträge gegen die Mitgliederbefragung der SPD nicht zur Entscheidung angenommen – damit ist das Verfahren eindeutig zulässig, wie auch schon bei der Mitgliederbefragung 2013. Bei...[mehr]

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05.02.2018

Reformationstag als weiterer Feiertag? Die Entscheidung liegt bei den Parlamenten

Schon im November letzten Jahres wies ich an dieser Stelle auf die Diskussion über die Einführung eines weiteren gesetzlichen Feiertages in Norddeutschland hin, um das Feiertagsgefälle gegenüber den süddeutschen Bundesländern zumindest etwas abzumildern. Auf der Vorschlagsliste steht unter anderem auch der Reformationstag am 31. Oktober, Kritiker (auch ich) plädieren hingegen für einen säkularen, nichtreligiösen Feiertag. Am vergangenen Donnerstag indes sprachen sich bei einer Sondersitzung der Konferenz Norddeutschland (KND) die Regierungschefs von Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein für den Reformationstag am 31. Oktober aus – die Entscheidung darüber fällen letztlich jedoch die Landesparlamente, nicht die Landesregierungen. In Hamburg zeichnet sich dabei folgendes Vorgehen ab: Die Bürgerschaft wird bei ihrer Sitzung am 28. Februar oder spätestens am 28. März darüber abstimmen, welches Datum zum weiteren gesetzlichen Feiertag erklärt werden soll. Bei diesem Votum unterliegen die Abgeordneten keiner Fraktionsdisziplin, sie können also jeder für sich entscheiden. Entsprechend ist es auch möglich, dass sich quer durch die Fraktionen Parlamentarier zusammenfinden, um mittels eines sogenannten...[mehr]

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29.01.2018

Die bisherige Grundsteuer könnte kippen – mit Folgen für Hamburg

Seit dem 16. Januar verhandelt das Bundesverfassungsgericht über drei Richtervorlagen des Bundesfinanzhofs sowie über zwei Verfassungsbeschwerden zur Verfassungsmäßigkeit der »Einheitsbewertung« – diese Einheitswerte für Grundbesitz bilden die Grundlage für die Bemessung der Grundsteuer und orientieren sich noch heute an den Wertverhältnissen von 1964. Der Bundesfinanzhof hält die aktuelle Einheitsbewertung für verfassungswidrig, weil sie gegen den allgemeinen Gleichheitsgrundsatz verstoße. Im Kern geht es um die Frage, ob die einmal festgestellten Einheitswerte – im Jahr 1964 in den westlichen und 1935 in den neuen Bundesländern – heute noch eine gerechte Steuererhebung zulassen oder aber auf einen neue Berechnungsgrundlage gestellt werden müssten. Für die Kommunen stellt die Grundsteuer nach der Gewerbesteuer und dem Anteil an der Einkommensteuer die wichtigste Finanzierungsquelle dar, eine Neuberechnung der Einheitswerte hätte also auch für die Kommunen direkte Konsequenzen. In Hamburg etwa könnten die Grundsteuern erheblich höher als bisher ausfallen und damit per Umlage zu einer deutlichen Erhöhung der Mieten führen. Die Finanzbehörde hat zur Veranschaulichung diverse Modellrechnungen durchgespielt, in denen sie die...[mehr]

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