Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

27.06.2016

Mehr als nur »Schimmi« – zum Tode von Götz George

Gestern wurde bekannt, dass der Schauspieler Götz George bereits am 19. Juni verstorben ist – nach kurzer Krankheit, wie der Mitteilung seiner Agentin zu entnehmen war. Siebenundsiebzig Jahre wurde Götz George alt, am 23. Juli hätte er seinen 78. Geburtstag gefeiert.

Als Schauspieler war Götz George eine Ausnahmeerscheinung im deutschsprachigen Raum, seine größte Popularität erlangte er wohl in der Rolle des »Tatort«-Kommissars Horst Schimanski: Vom ersten Auftritt in der mittlerweile legendären »Tatort«-Folge »Duisburg-Ruhrort« anno 1981 bis zur Ausstrahlung der letzten »Schimanski«-Folge »Loverboy« im November 2013 sollte Götz George der Figur des knorrig-unkonventionellen Kriminalhauptkommissars mit dem Herzen am rechten Fleck (auch physische) Präsenz und Charisma verleihen, über 32 Jahre lang.

Damals, 1981, markierte das Debüt des Fernsehkommissars Horst Schimanski im Zusammenspiel mit seinem Antipoden Christian Thanner  (kongenial dargestellt von Eberhard Feik) eine Zeitenwende im bis dato eher betulichen Kriminalfilm-Genre des deutschen Fernsehens:

Götz George als »Schimmi« entsprach so überhaupt nicht dem Klischee des pflichtbewussten, akkuraten Kriminalbeamten (diesen Part übernahm Kollege Thanner), vielmehr...


20.06.2016

Ein reges Wochenende: »Freundeskreis Sammlung de Weryha e. V.« gegründet und neue SPD-Büros eingeweiht

Lebhaft ging es für mich und viele meiner Mitstreiter am vergangenen Samstag zu, die beiden Anlässe indes waren sehr erfreulich:

Am frühen Mittag beschloss auf dem Ateliergelände von Jan de Weryha am Reinbeker Redder 81 der »Freundeskreis Sammlung de Weryha« die Gründung eines gleichnamigen, gemeinnützigen Vereines; der Zweck des Vereins ist laut Satzung »die Förderung der Kunst und Kultur, insbesondere der bildenden Kunst im Allgemeinen und im Rahmen des Ateliers und der Sammlung de Weryha im Besonderen.«

Hierfür will der Verein

–       Ausstellungen, Vorträge, Lesungen, Führungen und sonstige kulturelle Veranstaltungen durchführen,

–       Workshops, Kunstaktionen und –exkursionen besonders auch für junge Menschen organisieren,

–       dem Vereinszweck entsprechende Mitteilungen und Publikationen herausgeben und verbreiten,

–       die Räumlichkeiten der Sammlung instand setzen, erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich machen,

–       mit anderen gesellschaftlichen Organisationen, Institutionen und Vereinigungen zusammenarbeiten, wenn es den Zielen des Vereins...


13.06.2016

Saisonal genießen und selbst pflücken – jetzt ist Erdbeerzeit

Viele Stadtmenschen sind nicht mehr besonders vertraut mit dem Jahreslauf der Natur und dem jeweiligen saisonalen Angebot aus Flora und Fauna – unsere Supermärkte und Lebensmittelfachgeschäfte bieten alle möglichen Früchte und Erzeugnisse über das ganze Jahr an, häufig handelt es sich dabei um Importware aus aller Herren Länder.

Die Spargelsaison etwa neigt sich dem Ende zu (am Johannistag, dem 24. Juni, ist offiziell Schluss mit der Spargelernte), dafür befinden wir uns jetzt mitten in der Erdbeerzeit.

Die leckeren Sammelnussfrüchte zählen zu den Klassikern der sommerlichen Genuss- und Dessertküche – inzwischen gibt es weit über 1000 Sorten mit recht unterschiedlichen Boden- und Klimaansprüchen, verschiedenem Aussehen, Geschmack und Wuchshabitus.

In unseren Breiten beginnt die Erdbeersaison um Mitte/Ende Mai herum, je nach der Witterung, und dauert ungefähr bis Ende Juli.

Außerhalb dieser Zeit bieten viele Supermärkte kleine, zum Teil ziemlich teure Plastikschälchen an, die manchmal eine lange Reise hinter sich haben:

Ägypten (ca. 2.200 Tonnen im Jahr 2014) und Marokko (ca. 1.800 Tonnen im Jahr 2014) sind laut einer offiziellen Statistik des Bundesamtes für Landwirtschaft und Ernährung die zwei umsatzstärksten...


06.06.2016

Von wegen spießig oder rechts – das Kleingartenwesen entwickelte sich aus dem Kampf gegen Armut und Hunger

In der Hamburg-Beilage der »Zeit« vom 2. Juni 2016 schreibt Jens Jessen unter dem Titel »Wo die Zwerge herrschen« über einen angeblichen Plan des Senates, »Schrebergartenflächen für den Wohnungsbau, womöglich sogar für Flüchtlingsunterkünfte umzuwidmen.»Belege für diese Behauptung liefert Jens Jessen allerdings keine, mir selbst sind solche Pläne auch nicht bekannt.«

Stattdessen entwickelt Jessen aus dieser steilen These einen spöttisch formulierten Text, der sich wohl am ehesten noch als Glosse bezeichnen ließe: Im Fokus seiner wolkigen Betrachtungen steht die Unterstellung, dass Kleingärtner sich grundsätzlich für unterprivilegiert hielten, einen »unverlierbaren moralischen Anspruch zu haben meinen« und prinzipiell bei Angriffen auf ihre Befindlichkeit nach rechts tendierten.

Die Argumentationskette Jessens sieht ungefähr so aus: Kleingartenbesitzer sind unterprivilegiert und auch noch stolz darauf, dieser Stolz nährt sich aus dem Gefühl der Unangreifbarkeit. Das Kleingartenwesen verkörpere also idealtypisch das Milieu des kleinen Mannes, und wer diesem kleinen Manne zu nahe tritt, der »begeht die politische Todsünde, von der seit je die Parteien am rechten Rand profitieren.«

Dabei verknüpft Jessen so mal eben die...


30.05.2016

30 Jahre Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte – und das 25. Dienstjubiläum ihrer Geschäftsführerin

Eine vielleicht nicht jedem bekannte, aber äußerst sinn- und hilfreiche Institution ist die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte: Seit dreißig Jahren lädt die Stiftung politisch Verfolgte für ein Jahr ein, damit sie in Hamburg – ohne Angst und in Sicherheit – arbeiten können. Länder und Berufe spielen bei der Auswahl der Gäste keine Rolle. Die Stiftung hilft ihnen, sich mit deutschen und internationalen Meinungsbildnern aus Politik, Medien und Zivilgesellschaft zu vernetzen.

Die Hamburger Stiftung für politisch Verfolgte ist eine in Deutschland einzigartige NGO (Nichtregierungsorganisation) mit Sitz in der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie arbeitet mit nationalen und internationalen Menschenrechtsorganisationen zusammen, initiiert und unterstützt Petitionskampagnen für politische Gefangene und kämpft gegen Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz.

Zu den Gästen der Stiftung zählen u. a. Journalisten, Redakteure, Autoren, Blogger, Verleger oder Film- und Theaterregisseure, die in ihren Heimatländern bedroht, eingeschüchtert und verfolgt werden oder sogar um ihr Leben fürchten müssen.    

Für die Finanzierung ihrer Arbeit ist die Stiftung auf die Hilfe und Unterstützung...


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