Kolumne von Dr. Christel Oldenburg

Auf den folgenden Seiten finden Sie meine wöchentliche Kolumne zu wechselnden Themen.

05.12.2016

Gute Zeiten für Stadtteilkultur und Bürgerhäuser

Manchmal, aber selten, ist es im wuseligen Tagesgeschäft der Politik angebracht, einmal innezuhalten und sich über kleine Erfolge zu freuen. Das ist jetzt im Bereich der Stadtteilkultur für Bergedorf so.

Treffpunkte in der Nachbarschaft gehören zu den Orten, die das Leben im Stadtteil attraktiv machen. In Bergedorf haben wir viele kleine Stätten, in denen man zum Klönen, zu Veranstaltungen oder um sich zu bilden, zusammenkommen kann.

Das sind in Lohbrügge das Stadtteilkulturzentrum LoLa und das Bürgerhaus Brügge, in Neuallermöhe das KulturA und das Bürgerhaus Allermöhe, in Bergedorf-West das Westibül und das P5 und auch das Kulturheim am Mittleren Landweg zählt dazu.

Um sich über Bergedorfs Geschichte zu informieren, gibt es neben der Bergedorfer Museumslandschaft auch das in Bergedorfs Innenstadt angesiedelte Kultur- und Geschichtskontor. Sie alle werden staatlich unterstützt.

Nachdem lange Zeit die Mittel für diese Institutionen knapp waren, gibt es mit dem Haushalt 2017/2018 wieder mehr Geld. Um rund 10 bis 15 Prozent werden die Zuwendungen in den nächsten beiden Jahren für alle ansteigen. Das mag dem einen oder anderen noch nicht genug erscheinen, aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung.

Mit der Erhöhung...


28.11.2016

Die K-Frage in der SPD – wer wird Kanzlerkandidat?

Zur Zeit entwickelt sich eine rege Diskussion über die Frage, wer denn nun für die SPD als Kanzlerkandidat bei den Bundestagswahlen 2017 in den Ring steigen wird. Bei der CDU ist es Angela Merkel, die Sozialdemokraten indes wollen sich mit der Kandidatenkür Zeit bis Ende Januar 2017 lassen, um dann in einer Vorstandsklausur über den Kanzlerkandidaten zu entscheiden.

Nach geläufigem Usus stünde dem Parteivorsitzenden Sigmar Gabriel der erste Zugriff auf die Kanzlerkandidatur zu; er ist seit 2009 Parteivorsitzender, damit der am längsten amtierende SPD-Parteichef seit Willy Brandt. Seit 2013 ist Sigmar Gabriel zudem Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesminister für Wirtschaft und Energie.

Bereits im Oktober 2015 signalisierte der SPD-Vorsitzende in einem Interview seine Bereitschaft, 2017 als Kanzlerkandidat anzutreten, sofern er gefragt sei: »Natürlich will ich Bundeskanzler werden, wenn die SPD mich aufstellen will. Das ist doch gar keine Frage«, bezog Sigmar Gabriel damals recht eindeutig Position.

Der zweite öffentlich diskutierte mögliche SPD-Kanzlerkandidat ist der jetzige Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz. Der 59-jährige Europapolitiker war von 1987 bis 1998 Bürgermeister von Würselen,  bei der...


21.11.2016

Gedenk-Matinee für Barbara Kissler – die Kulturwelt nahm Abschied von einer großartigen Frau

Am 7. Oktober 2016 starb Hamburgs beliebte Kultursenatorin Barbara Kisseler im Alter von 67 Jahren nach ihrer schweren Krebserkrankung – am letzten Samstag gedachten zahlreiche Kulturschaffende bei einer Matinee im Deutschen Schauspielhaus dieser außergewöhnlichen Frau, die sich mit ihrem trockenen Humor, ihrer geradlinigen Intelligenz und ihrer hartnäckigen Durchsetzungsfähigkeit weitum Anerkennung und Respekt verschafft hat, nicht nur in der Hamburger Kulturszene.

Die rund 600 geladenen Gäste der Matinee erlebten eine bewegende und berührende Gedenkfeier zu Ehren Barbara Kisselers, die seit 2011 als Kultursenatorin entscheidend das öffentliche Erscheinungsbild des Hamburger Kulturlebens geprägt hat.  

Barbara Kisseler wurde am 8. September 1949 in Asperden (Kreis Kleve) geboren; sie studierte von 1970 bis 1978 Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft, Germanistik und Pädagogik und arbeitete ab 1977 im Deutschlandfunk, beim WDR sowie in der Carl-Duisberg-Gesellschaft.

Ein Jahr später wechselte sie zur Stadt Bonn und wurde im Kulturdezernat angestellt, wo sie bis 1981 tätig war. In den folgenden Jahren übernahm sie zahlreiche Positionen in kommunalen  Kulturinstitutionen, bevor sie 1993 im  niedersächsischen...


14.11.2016

Steigende Mieten in den Städten – warum nicht höher bauen?

In Deutschland haben viele Großstädte mit steigenden Wohnungsmieten zu kämpfen, die das Wohnen in der Stadt für Bezieher kleinerer und zunehmend auch mittlerer Einkommen nahezu unerschwinglich machen  – auch Hamburg stellt hier keine Ausnahme dar.

Trotz eines ambitionierten Wohnungsbauprogrammes mit über 6.000 Wohnungsneubauten pro Jahr, trotz der gesetzlichen Mietpreisbremse kennt die Entwicklung der Wohnungsmieten nur eine Richtung: nach oben.Dem Mietenspiegel zufolge stieg in Hamburg die durchschnittliche Nettokaltmiete (inklusive Sozialwohnungen) von 6,76 Euro/m2  im Jahre 2009 auf 8,02 Euro/m2  im Jahr 2015.

Deutlich höher liegt die aktuelle durchschnittliche Neuvertragsmiete ohne Sozialwohnungen mit aktuell 12,45 Euro pro Quadratmeter; das entspricht einer Steigerung im Vergleich zu 2015 von 5,6 Prozent.

Nach wie vor sind Großstädte wie Hamburg außerordentlich beliebte Wohngebiete, entsprechend ist nicht abzusehen, dass der Siedlungsdruck in den nächsten Jahren nachlassen wird.

In der Konsequenz sind die Mieten für Wohnraum in den besonders attraktiven Stadtteilen binnen weniger Jahre derart stark gestiegen, dass sich deutliche Verschiebungen in der Einwohnerstruktur ergeben – Stichwort...


07.11.2016

Präsidentschaftswahlkampf in den USA: Der Niveau-Limbo hat bald ein Ende

Morgen sind rund 200 Millionen wahlberechtigte US-Bürger aufgerufen, ihren Kandidaten für das Amt des POTUS zu wählen – Amerikaner lieben Abkürzungen, POTUS steht schlicht für »President of the United States«.

Auf die meisten Deutschen hat das US-amerikanische Wahlprocedere schon immer etwas skurril, wenn nicht gar befremdlich  gewirkt:

Organisatorisch und logistisch unterscheiden sich die Vereinigten Staaten mit ihrem Präsidialsystem, dem Instrument der Vorwahlen, den zwischengeschalteten 538 Wahlmännerstimmen sowie dem eher folkloristisch als politisch diskursiv anmutenden Brimborium im Wahlkampf deutlich von den parlamentarischen Traditionen und Regelwerken in den meisten europäischen Staaten. 

Politisch wundert sich mancher Bundesbürger auch über den seit gefühlten Ewigkeiten vorherrschenden Dualismus von Demokraten und Republikanern in der amerikanischen Verfassungswirklichkeit, während der parlamentarische Alltag in unserer Republik sich zusehends durch eine stärkere Ausdifferenzierung des politischen Spektrums auszeichnet – heute mischen in deutschen Parlamenten neben CDU und SPD auch Grüne, Linke, AfD, Freie Wähler, bisweilen sogar noch Piraten und Freidemokraten mit.

Auch fließen im US-Wahlkampf ganz...


© SPD-Bergedorf (2008)

Impressum